Dienstag, 28. August 2012

Ereignisreiche Tage

Am 16. August war es so weit: Pünktlich zu Lauras Geburtstag hatten wir zum ersten Mal Schule und kamen gleich mal mit den beiden schlimmsten Fällen in Kontakt – Class 5 und Class 6. In der ersten Stunde konnten wir noch mit der Präsenz eines neuen Lehrerkörpers aufwarten, in den Folgenden erzielte jedoch nicht mal das altbewährte Plus-Minus-System den gewünschten Erfolg. Um den Unterricht nicht auch für uns zu einem Brüllkonzert ausarten zu lassen, beschlossen wir die Lehrerzahl zu verdoppeln, was die Dezibelstärke auf ein Viertel sinken ließ. Nach einigen aufmürbenden, aber auch erheiternden German- und Computerstunden konnten wir die Schlemmerorgie vom Morgen (Christoph und Vicky konnten im bestsortierten Supermarkt der Stadt Müsli und Orangensaft auftreiben) fortsetzen und uns ans Kaiserschmarrn backen machen. Leider erwischten wir nicht ganz Typ 405 und auch erwies sich die Beschaffenheit der nepalesischen Küchenutensilien als unzureichend. Letztenendes wurde aus der Mission KK (Kaiserschmarrn Kathmandu) anstatt eines Gaumenfeuerwerks nur eine reine Kalorienzufuhr. Shiva-sei-Dank kamen kurz darauf die Jungs und fluteten die Küche binnen weniger Minuten mit selbstgemachten Krabbenchips. Danach folgte die allabendliche Wizardrunde mit den wahrscheinlich besten Wizardspielern Nepals, die zum Beispiel mit einem Zauberer null Stiche ansagen, aber trotzdem hellauf begeistert von dem Spiel sind.


Am nächsten Tag brach Christoph dann mit der ahnungslosen Laura auf in Richtung Thamel „um nur kurz Geld zu wechseln“. Das Touristenviertel beherbergt neben unzähligen selbsternannten Outdoorläden mit allerlei gefälschter Trekkingausrüstung auch „offizielle“ Stores von North Face, Salewa und Marmot. Als wir jedoch einen dieser Läden betraten, trauten wir unsren Augen nicht: auch hier fand sich allerlei Fake – und das zu westlichen Preisen. Besonders dreist waren Expeditionsstiefel  von LaSportiva, die für 600 € als Qualitätsprodukt angepriesen wurden, allerdings bei näherem hinsehen eindeutig gefälscht waren. Auch viele Taschenlampen tragen zwar ein Markenlogo von Petzl und Co. und sehen verdammt echt aus und konnten von uns nur als Fake identifiziert werden, da bei unserem Modell aus Deutschland ein LED mehr eingebaut war. Nach der kleinen Geldwechsel- und Shoppingtour, wo Christoph lediglich ein Budget von 4 € genehmigte, wartete zuhause eine Überraschungsparty. Die Mädels, Vicky und Helene haben die Zeit unseres Ausflugs genutzt um die Küche zu dekorieren, die bestellte Geburtstagstorte abzuholen und selbstgemachte Pommes vorzubereiten. Es konnte auch gleich losgehen mit der nepalesischen Geburtstagsfeier: allein das Ausblasen der Kerzen machte Laura zu schaffen, da sich die Kerzen wie durch Geisterhand immer wieder anzündeten. Der nepalesische Brauch sieht es vor, dass das Geburtstagskind jedem der Gäste ein Tortenstück in den Mund schiebt und die Hälfte wieder in den eigenen Rachen gesteckt bekommt. Zusätzlich bekam Laura auch noch einen Torten-Tikka ins Gesicht – ob das der Brauch auch vorsieht  ist zu bezweifeln; eine Belustigung für alle anderen war´s auf jeden Fall. Danach wurde noch ein Luftballontanz veranstaltet, bei dem zwei Personen (bevorzugt „Christoph and Laura, Christoph and Laura“) den Ballon zum platzen bringen müssen und die grölende Horde das Bonbon, das drin war, versucht zu fangen. Die Steigerung davon war das Bonbonwerfen, bei dem wir Hände voller Süßem in die Menge werfen durften und alle Mädels kreischten – Vicky und Helene allerdings aus Angst, dass etwas ins kochende Fett fliegen könnte. Anschließend wurde uns noch fleißig Henna auf Hände und Oberarme gepinselt, weshalb seitdem wunderschöne Zeichnungen unsre Haut schmücken. 



Noch ganz am Anfang der Prozedur ;) Man beginnt beim Aeltesten arbeitet sich zum Juengsten durch

Das Mandy, kurz nach der Entstehung. Mittlerweile ist es schon fast ganz verblasst...

Das typische nepalische Geburtstagsgeschenk: die zwei Figuren sind jeweils "you and Christoph"

Drei Tage später machten wir uns auf den Weg zu Kathmandus Vergnügungspark, der unsrem ersten Eindruck eher Angst als Vergnügen bescherte. Das Riesenrad drehte sich mit einer so rasanten Geschwindigkeit, sodass die Gondeln in eine angsteinflößende Schräglage gerieten und die Passagiere (zu denen wir übrigens nicht zählten) sich festhalten mussten. Das Kreischen der Insassen wurde aber übertönt von den Dieselmotoren und dem Gequietsche der anderen Fahrgeschäfte. Wir mieden also die Höhe und wagten uns dafür in den Autoskooter, wo Christoph ein bisschen für Stimmung und noch mehr Funken sorgte, indem er alle anderen Fahrer, die davor nur gemütlich ihre Runden drehten, mit voller Wucht rammte. Binnen weniger Sekunden versammelten sich etliche Menschen rund um die Bahn und verfolgten wie gebannt unseren glitzergrünen Unruhestifter – zumindest die Zuschauer hatten sichtlich Spaß dabei. Nachdem Christoph sich dann doch noch in die erhöhte Drachenachterbahn gequetscht (wortwörtlich!) hat konnten wir den Tretboot-Frosch entern. Mit vier Leuten und ein paar Würmern in diesem 2-Mann-Frosch, der noch dazu ein abschüssiges Hinterteil hatte und ein nicht funktionierendes Steuerrad, rammten wir auch hier andere Fahrer bzw. Wände und musste noch dazu aufpassen, dass wir nicht in die braune Suppe rutschten.
Nach diesen spaßigen Stunden statteten wir noch der islamischen Gemeinde, die an diesem Tag ihr Zuckerfest feierte, einen kurzen Besuch ab. Zuallererst wurde uns Mädchen hier der Eintritt verweigert. Als wir uns jedoch von ein paar Frauen, die am Straßenrand saßen, eine Kopfbedeckung leihen konnten, durften wir in die Moschee eintreten. Dort wurden wir gleich von zwei Moslems begrüßt, die dann auch schnell versuchten unsere Kids zu bekehren. Nachdem von uns unzählige Fotos gemacht wurden und uns die muslimische Art zu beten gezeigt wurde, mussten wir uns auf den Heimweg machen um rechtzeitig unsre neue Freiwillige Lisa zu begrüßen. Auf dem Weg zur Bushaltestelle gab es einen ohrenbetäubenden Knall – eine Stromleitung war explodiert. 


 

 

Porsu und Christoph in der Drachenachterbahn

ein 5 Meter hohes Klettergeruest inkl. Betonauffangmatten fuer die Kleinen

eines unsrer Fotos in der Moschee

Nach diesen aufregenden Tagen folgten für Christoph ein paar Krankheitstage. Das Fieber ging dann aber nach einem Belladonna-Ibuprofen-Mexalen-Parcetamol-Schleimlöser-Ascorbisal-Cocktail langsam zurück (Anmerkung von Christoph: „Ich hatte Lust auf was Süßes, deswegen Globuli.“).
In den Tagen in denen Christoph das Bett hütete machte es sich auch eine Bettwanze bei uns gemütlich. Allerdings ist sie bis heute die einzige ihrer Art, die sich in unserem Zimmer einnisten konnte. Die Schlafräume der Kids hingegen sind ein wahres Eldorado der „Udos“.

Zusammen mit der neuen Freiwilligen erfüllte die 4er-Mädels-Truppe noch in der gleichen Woche den Auftrag aus Österreich, für ein paar Schulkinder neue Klamotten zu shoppen. Auf dem Markt feilschten wir um jeden Cent und konnten mit der Ausbeute fürs erste zufrieden sein (Am nächsten Tag zeigt sich dann was „good quality“ wirklich bedeutete: Als sich der kleine stolze Besitzer einer neuen Jeans hinsetzte, riss diese von oben nach unten komplett auf.). Auf der Rückfahrt bekamen wir wieder einmal die gelassene Art der Nepalesen zu spüren, als unserem Bus ein Reifen platzte. Nach dem „Peng“ eierten wir erstmal noch einige hundert Meter weiter, bevor wir zum stehen kamen. Mitten auf der Straße machten sich Busfahrer und Busbegleiter daran Werkzeug und Ersatzreifen vom Dach zu hieven und den Reifen zu wechseln, während die anderen Fahrgäste sich in der unfreiwilligen Rastpause erstmal Brotzeit besorgten oder ein Karaokekonzert veranstalteten.

Am Tag darauf erlebten wir in einem Taxi eine ähnlich lustige Geschichte. Wir waren mit Helenes und Vickys Patentochter Anjana beim Abendessen in Thamel und trugen ihr auf für den Nepalipreis einen Taxifahrer für uns anzuheuern. Nachdem sie dem Fahrer mitteilte wohin wir wollten, nannte dieser erstmal das Doppelte des Normalpreises, willigte dann jedoch ein uns mitzunehmen. Nach nicht einmal 200 Metern stellte er jedoch fest, dass er nicht weiß, wo unsere Schule ist. Prompt ließ er uns aussteigen, düste davon und wir mussten das nächste Taxi finden. Natürlich wollte dieser uns nicht für den zuvor ausgehandelten Preis mitnehmen, entpuppte sich dann jedoch als sehr nett und brachte uns nach Hause. Sogar die Musik konnten wir uns aussuchen und so wurde die Fahrt mit sechs Personen in einem Mini-Taxi doch noch ganz nett.

Montag, 13. August 2012

Achterbahnfahrt zum Zoo

Weil uns letzte Woche ein Streik einen Strich durch die Rechnung gezogen hat, mussten wir unseren geplanten Zooausflug abblasen. Gestern nach den Frühstück sichtete die Sister Renuka ganz unterwartet dann doch Mikrobusse und Taxis und wir konnten unseren Plan in die Wirklichkeit umsetzten. Glücklicherweise konnten wir einen eigenen Busfahrer finden, der uns alle gemeinsam zum Zoo bringen konnte und mussten nicht, wie eigentlich gedacht, die Kinder während der Office Time auf verschiedene Busse aufteilen. Also wurden nach dem Frühstück die Auserwählten zusammengetrommelt, hübsch gemacht und in den Mikrobus verfrachtet. Nach einigen Minuten Fahrt über staubigen Schotter, unzählige Schlaglöcher und dezimetertiefe Pfützen verwandelte sich bei einigen die anfängliche Freunde in grenzenlose Übelkeit und so landete so manches Frühstück auf den Straßen Kathmandus. Doch nachdem die Farbe und die Vorfreude wieder in die Gesichter zurückgekehrt war, stürmte die Horde das Zoogelände und war hellauf begeistert von den vielen Tieren, die man aufgrund der wenig quadratmetergroßen Gehege aus kürzester Distanz bestaunen konnte. Bis auf ein paar nervöse bzw. aggressive  Bären, die hinter einem Elektrozaun wie wild gewordene Hühner herumhetzten und einem Vogel, der sein Geschäft auf Christophs Jacke erledigte, hielt sich die Aktivität der anderen Zoobewohner (wahrscheinlich wegen Platzmangels) in Grenzen. Nach dem Rundgang durch den kompletten Zoo, beim dem viel gemunkelt wurde, ob Männchen oder Weibchen bzw. versucht wurde die trägen Tiere ein bisschen aufzuheitern, konnte sich die Meute noch auf dem Spielplatz austober (kein deutscher TÜV hätte jemals diesen Spielplatz freigegeben… extrem hohes Risiko für sämtliche Verletzungen u.a. Gehirnerschütterung aufgrund von nirgendswo vorhandenen Dämpfungen) und sich schonmal auf den bevorstehenden Höllentrip zurück nach Hause einstimmen. 



schauen, staunen und strahlen :)

stellvertretend fuer alle anderen faulen Tiere

Sister Renuka mit Furpa und Manila

ein Elefant zum beruehren ("feels rough")

tausende schoene bunte Voegel (in einem viel zu kleinen Kaefig)

"Living things increase their number. It is called reproduction" (aus dem Science-Buch der 2. Klasse): Mit blossem Auge konnten wir im vorderen Teil 61 Meerschweinchen zaehlen ;)

Begeisterung pur auf dem KINDERspielplatz

Mittwoch, 8. August 2012

Unterwegs am Durbar Square

Vorgestern unternahmen Vicky und wir einen kleinen Ausflug zum Durbar Square, dem Palastplatz Kathmandus. Dort übersäen neben dem riesigen ehemaligen Königspalast weitere unzählige Monumente, wie Tempel, Statuen und andere historische Monumente den Platz. Natürlich sollten wir gleich am „Eingangstor“, was eigentlich nur ein Wachposten am Straßenrand war, der alle Nepalis gebührenfrei passieren lies und lediglich schnurrstraks auf Touris zusteuerte, 200 Rupie blechen. Dank unseres Volunteerausweises konnten wir dir wertvollen Rupie stecken lassen und uns ins Gewimmel stürzen. Mitten im lebendigen Treiben an all den aufregenden kleinen Ständen entdeckten wir eine Postkarte mit kopulierenden Elefanten und ernteten vom grinsenden Besitzer der nächsten Bude auch gleich den Zuruf „elephant erotic“. In noch schnellerem Schritt eilten wir weiter zu Kumari Chowk, dem mit aufwändigen Holzschnitzereien verzierten Haus der „lebenden Göttin“. Kathmandus Kumari ist die wichtigste Vertreterin von vielen solcher Göttinnen im Tal, was ihr aber augenscheinlich nicht die Freude bereitet, wie wir später glauben werden. Trotzdem ist das Auswahlverfahren sehr aufwändig und nur sehr wenige kleine Mädchen kommen für dieses – sagen wir mal – Beruf in Frage. Eine zukünftige Kumari muss vom buddhistischen Shankya-Clan der Goldschmiede stammen und 32 weitere Eigenschaften aufweisen, wie zum Beispiel Wimpern wie eine Kuh, die richtige Stimmfarbe, eine bestimmte Augenfarbe, einen Nacken wie eine Muschel, einen Körper wie einen Feigenbaum usw. Die Ausgewählten ca. 3-Jährigen werden nachts in den Innenhof eines Tempels gesetzt, mit frisch abgetrennten Büffelköpfen umgeben und von lärmenden Männern mit grusligen Dämonenmasken umtanzt. Diejenige, die die Prozedur ohne zu weinen übersteht  wird ab da als lebende Göttin verehrt. Allerdings auch nur so lange, bis sie zum ersten Mal blutet. So müssen die Mädchen ihrem Haus, dass sie sonst nur 10 mal jährlich verlassen durften , spätestens ab ihrer ersten Periode für immer den Rücken kehren. Wir hatten das „Glück“ einen Blick auf die Kumari, die sich nur einemal täglich kurz aus dem Fenster lehnt, zu erhaschen. Das kleine Mädchen wurde also für nicht einmal 20 Sekunden ans Fenster geschoben, trat von einem Fuß auf den anderen und wich den 30 Augenpaaren, die es gebannt anstarrten aus, indem es äußerst gelangweilt auf den Boden blickte. Als die Kumari verschwand, machten auch wir uns vom Acker und beobachteten von einem erhöhten Tempel aus das rege Menschengewimmel unter uns. Die Nepalis haben die treppenartigen Sockel als perfekte Auslagefläche für ihre Ware auserkoren und handeln und tauschen hier seit Jahrhunderten was das Zeug hält. Abgerundet wurde unser Tag dann bei einem äußerst (!!!) leckeren tibetischen Abendessen, welches nicht nur als Freude für unsere Gaumen entpuppte sondern auch als große Wohltat für Christophs Magen.



zur Abwechslung mal ein Mittelstreifen; schaut gleich viel geordneter aus ;)

Kumari Chowk: da man die Kumari nicht ablichten darf, konnten wir nur ein Foto von ihrem Fenster machen



einer der vielen Tempel am Dubar Square

Laura + irgendein Gott

buntes Markttreiben

noch mehr Tempel

die Eintrittsgebuehr (deswegen so wenig Leute) koennten wir uns auch im alten Koenigspalast sparen

Stupa in einer Seitengasse in der Naehe des Durbar Square

Montag, 6. August 2012

Handicraft-afternoon and operation chewing gum

Zwischen den zwei Prüfungswochen hatten die Kinder drei Tage Ferien und so kam es, dass wir beschlossen einen Bastelnachmittag zu veranstalten. Wir Freiwilligen teilten uns in drei Gruppen auf und die Kinder konnten je nach Lust und Laune entscheiden, ob sie Jonglierbälle, Pappmasche oder Fingerringe basteln wollten. Nun hieß es nicht mehr „one paper please“ sondern „two ballons, only two ballons please“ und annähernd 200 Luftballons wechselten im Nu den Besitzer. Auch beim Ringebasteln, wo der „Jungs“anteil mindestens 50% betrug, war der Materialbedarf mit dem Jahresverbrauch eines mittelgroßen Kindergartens gleichzusetzen. Mit den Zauberringen an den Fingern, wurden die zuvor ungelernten Lehrlinge innerhalb kürzester Zeit zu wahren Jongliermeistern. Auch die überaus nette Sister Renuka legte eifrigen Lernwillen an den Tag und konnte die mit Sand gefüllten Luftballons schon bald durch die Lüfte sausen lassen. Als dann schließlich das Material zu Ende ging und das Verlangen nach einem Pappmascheballon immer noch da war, wurde einfach kurzerhand der Namenszettel „berichtigt“.
Diese heimtückische Art zeigte sich auch bei unserem Hostelbewohner Suman. Dieser überwältigte seinen Freund Ashish hinterhältig und klebte ihm seinen angelutschten Kaugummi in dessen Haarschopf. Unter schallendem Gelächter seitens Sumans suchte das Opfer die Freiwilligenwohnung auf. Da Ashish auf keinen Fall eine kahle Stelle am Hinterkopf haben wollte, versuchten wir den Kaugummi mit allen Mitteln zu entfernen. Doch Suman hatte ganze Arbeit geleistet und so ging es Ashish letzen Endes doch mit einer Nagelschere an den Schopf. Aber die Prozedur war noch nicht zu Ende, da der Kaugummi zu großflächig verteilt war, weswegen die letzten Klumpen dann enteist und herausgekämmt werden mussten. 



oeffentliche Verkehrsmittel in Kathmandu ;)




links: spaeterer "Attentaeter" Suman, links: Bastellehrer Christoph

Die Jungs (und Maedchen) beim Ringe basteln

Grosses Staunen bei Christophs Jongliervorfuehrung

Blick ueber unsre Siedlung

im Gewirr von Kathmandus Strassen

Donnerstag, 2. August 2012

Namaste!

Hier ist er: unser erster Blog aus Nepal :)
Wir sind zwar erst drei Tage hier, aber haben schon eine Menge erlebt. Gleich am ersten Tag sind wir vom International Airport Kathmandu (wo wir jegliche metallische Gegenstände durch die Sicherheitskontrolle schleusen konnten, ohne dass der Detektor auch nur einen Mucks machte) erstmal mit einem Mini-Taxi über die Ringroad gefahren. Die Ringroad ist die „recht abenteuerliche“ Hauptstraße Kathmandus, auf der Fußgänger, Autofahrer, Radler, Rikschafahrer, Kühe und v.a. Motorradfahrer um jeden Zentimeter Schlagloch kämpfen. Das ganze wird untermalt von einem Hupkonzert, da jeder Nepali ca. alle 5 Meter auf die Hupe drückt um alle anderen Verkehrsteilnehmer auf die eigene rasante Fahrweise aufmerksam zu machen. Wir - und sogar unser Koffer, der aufs Dach „gelegt“ wurde - kamen jedoch unversehrt an.
Nach einer kurzen Führung der anderen zwei Freiwilligen über das Schulgelände, sind wir aufgebrochen in Richtung Thamel, dem Touristenviertel Kathmandus. Auf dem Weg dorthin haben wir unsere erste Erfahrung mit einem Mini-Bus gemacht. Diese sind normalerweise für zehn Fahrgäste ausgelegt; schlussendlich waren es auf unsrer Fahrt 26. In Thamel gönnten wir uns die wahrscheinlich für längere Zeit letzen Nudeln, die wir sogar bei einem ungewollten Candle-Light-Dinner genießen durften. In Nepal herrscht ständige Stromknappheit, weswegen ab und an gewollt der Strom für einige Zeit abgestellt wird bzw. „aufgeteilt“ wie die Nepalis sagen würden.
Gerade haben die Kinder Prüfungszeit, fast zwei Wochen wird jeden Tag ein anderes Fach abgefragt. Und man sollte das Niveau hier nicht unterschätzen; in Mathe beispielsweise lernen sie in der 10ten Klasse schon Polynomdivisionen, Umkehrfunktionen und Matrizen. Nach der Schule betteln die Kinder vor der Freiwilligenwohnung dann um Spiele und Papier, wie gierige Raubtiere vor der Höhle ihrer Beute. „One paper, only one paper please… ok, two papers, for me and my sister, two papers please... three papers, for me, my sister and my friend, only three papers!” Die Lieblingsbeute ist und bleibt UNO, dicht gefolgt von Schach, Memory und Mensch-ärgere-dich-nicht. Ist dann Schlafenszeit, wird mit allen Tricks und Schummeleien gearbeitet um entweder die fünfte „last round“ zu spielen oder die Spiele einzubehalten. So kam es, dass nur noch ein Häuflein der UNO-Karten zurückgegeben wurde und versucht wurde uns davon überzeugen, dass das wirklich alle seien. Allerdings sind die Kinder überaus liebenswert und haben dann doch alles wieder gebracht. Zudem ist es ein leichtes Spiel sich mit ihnen anzufreunden und dank des gestrigen Friendship-Day haben wir schon einige Freundschaften auf Lebenszeit besiegelt und Freundschaftsbändchen einkassiert. Auch zeigen die Kids keinerlei Berührungsängste… und das bei Bettwanzen und Co. 




Einen Blick aus dem Flugzeug. Im Hintergrund kann man das Annapurnamassiv erahnen ;)

Die Schule vom Hostel aus fotografiert. Davor das Village, in dem die Familien der Teppichfabrik leben.


Unser liebevoll eingerichtetes Zimmer.


Christoph beim Schachspielen mit Brabhu, Pobin und Bisa